Die Zähmung der “Bestie”. Die moderne Sarissa Erfahrung


“Ich habe noch nie etwas schrecklicheres als die Makedonische Phalanx gesehen” 
– Plutarch “Das Leben des Aemilius Paulus”

Soweit ich weiß, gibt es derzeit nur vier rekonstruierte Fassungen des makedonischen Sarissa: Eine in der Oakland University, (N. Zealand), eine im Athener Kriegs-Museum und zwei wurden von der Deutschen Gruppe lebendige Geschichtsdarstellung “Hetairoi” gebaut. Von den beiden Versionen in Deutschland hat eine Sarissa die Vergina-Typus Spitze und die andere die Schmalere vom Vegora-Typus. Unter der hervorragenden Leitung von Herrn Kurt Schrauder von den “Hetairoi” habe ich gelernt, richtig und sicher diese spezielle Waffe zu benutzen.

Der erste Teil des Trainings bestand daraus mir das richtige montieren der beiden Hälften der Waffe beizubringen. Das Gewicht ist beträchtlich höher gegenüber dem Speer und eine unvorsichtige Bewegung kann zu Verletzungen von fallenden Waffe teilen führen. Es wird dringend empfohlen, dass die Montage und Demontage der Waffe mit äußerster Vorsicht erfolgen sollte.

Die Sarissa wird auf der rechten Schulter mit den beiden Stücken parallel zueinander beim Marsch getragen. Es ist darauf zu achten, dass der Lanzenschuh nach vorne und die Spitze nach hinten schauend getragen wird. Um die Waffe zusammenzubauen platziert man beide Teile am Boden, so dass der Lanzenschuh auf dem Boden fixiert ist. Dann schieben das Teil mit der Spitze so in das Innere des Metall-Verbindung bis die im 45 Grad Winkel abgesetzten Enden zueinander passen. Diese Verbindung sichert die Waffe.

Ich stelle die Sarissa danach wieder vertikal zum Boden. Es ist das erste Mal, dass ich das mache. In diese Position verbleibe ich für einige Zeit, um so die instinktive Furcht zu überwinden, dass der obere Teil auf mich fallen könnte.(!) Ich vermute an der Stelle haben die antiken Ausbilder die Waffen der Rekruten sorgfältig inspizierten, um mögliche Unfälle zu vermeiden.

Die nächsten Schritte sind in dieser Position Drehungen nach links und rechts. Um dies zu erreichen, wird die Sarissa mit beiden Händen etwa zehn cm vom Boden angehoben. Als ich nach einiger Zeit aufgehört hatte mich an den Schaft zu klammern, wies mein Ausbilder mich an die Sarissa vertikal auf den Boden abzusenken. Eine leichte Brise kam in dem Moment auf erzeugte am Mittelpunkt der Waffe ein Geräusch welches etwas nervenaufreibend auf mich wirkte. Im Laufe der Zeit gewöhnte ich mich daran und mein aufgekommenes Stressgefühl reduzierte sich. Ich war mehr erleichtert als mir mein Ausbilder sagte, die Waffe parallel zum Boden auszurichten.

Ein Mann kann die gesenkte Waffe in einem Winkel von 70 Grad drehen, aber das ist unwahrscheinlich das dies durchgeführt wurde in der geschlossenen Formation der Phalanx. Der Vormarsch wird mit kurzen Schritten vorwärts durchgeführt. Der Rekrut wird schrittweise an die Waffe gewöhnt und nach einer Weile führe ich sogar einen leichten Laufschritt von ca. 20 Metern durch.

Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, ob die alten Lanzenträger größere Distanzen im Laufschritt durchgeführt haben. Ich bemerkte aber, dass all meine Handlung erleichtert wurden durch das Tragen des Trageriemen des Schildes über die Schulter (wirkte wie ein Gegengewicht), sowie das Gegengewicht des Lanzenschuh erleichterten die Bewegungen der Waffe deutlich.

Nach meiner Meinung wäre die Spitze des Vegora-Typus eine korrektere Rekonstruktion, da sie weniger wiegt macht sie den Durchbohrungsversuch einfacher. Ich glaube das meine Erfahrung nicht vollständig ist, da ich noch keine Erfahrung in enger Formation erfahren habe.

Besonderer Dank geht an meine Freunde der deutschen Gruppe lebendige Geschichtsdarstellung “Hetairoi” für ihre freundliche Hilfe und Unterstützung bei diesem Projekt.

Stefanos Skarmintzos

Dieser Artikel wurde ursprünglich von Stefanos Skarmintzos in seinem Blog veröffentlicht.

From: ‘http://hetairoi.de/de/history/military/the-sarissa-experience/

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